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Tudor Ghideanu – Präludien: Die methode der aussagenlogischen funktoren und die geschichte der philosophie (I)

Denken und Handeln des Menschen setzt die Existenz von Invarianten, Konstanten oder Regulativen als notwendig voraus. Zu diesen zahlen auch die firmen Kriterien, welche die Koharenz des Werturteils im geschichtsphilosophischen Denken aufrechhalten können. Das sind zum Beispiel (a) die chronologische Verkettung von „Leben und Werk” der Philosophen bei Diogenes Laertios, (b) die Teleologie des Geistes, der sich zum Bewusstsein seiner selbst erhebt, (c) die Kraft-Ideen bei Alfred Fouillée (d) das Verhaltnis von Sein und Denken im Marxismus usw.

Wir werden im folgenden auf Elemente der Logik, die der Relations-frage immanent sind, naher eingehen, da die Anordnung der Entitaten im Rahemn einer Relation in der Geschichte der Philosophie noch nicht untersucht wurde. Friedrich Engels betrachtete die Relationsfrage als ein Grundproblem der Philosophie. Er war der Meinung, daß dieses Problem in der Sphäre der Weltanschauungen als eine völlig disjunktive Gesetzmaßigkeit wirkt : entweder Materialismus oder Idealismus (Ludwig Feuerbach und der Ausgang der Klassischen deutschen Philosophie). Doch wurde die ontologische Beziehung zwischen Sein und Denken bald disjunktiv (entweder-oder), bald konjunktiv (auch-auch) oder rejizierend (weder-noch) betrachtet.

Die Skeptiker des Altertums bedienten sich zur Verwerfung dogmatischer Anschauungen des Tetralemmas, das auf einer vierteiligen Aussage beruht: (1) Bejahung einer Tatsche, (2) Verneinung dieser Tatsache, (3) gleichzeitige Bejahung und Verneinung derselben Tatsche, (4) Verneinung der Bejahung als auch gleichzeitige Verneinung dieser Aussage. Ontologisch formuliert: (1) es ist, (2) es ist nicht, (3) es ist und es ist nicht, (4) weder ist es noch ist es nicht.

Wichtig ist die vierte Aussage des Tetralemmas. Die indische Philosophie (siehe Nāgārjuna, Gaudapāda, Vasubandhu), setze sie mit der absoluten Negation gleich (cf. Aram M. Frenkian, Scepticismul grec şi filosofia indiană (Der griechische Skeptizismus und die indische Philosophie, Bukarest 1957). Die Skeptiker empfahlen Zurückhaltung (èpoché) an, was genau der vierten Aussage des Tetralemmas entsprasch: weder das eine noch das andere.Das war der Weg zur Weisheit. In diesem Zusammenhang zählte Sextus Empiricus u.a. folgendeAusdrücke und Wendungen der Skeptiker auf: „nicht mehr”, „vielleicht”, „es ist eralaubt”, „ich enthalte mich eines Urteiles”, „alles ist unbestimmt” usw. Alle diese Ausdrücke nähern sich der „weder-noch” Annahme.

Letzten Endes handelt es sich um einen logischen Funktor, der auch bei Platon (Gorgias) anzutreffen ist, bei Montaigne, Descartes (Zweifel), bei Kant (die Antinomie) und Schelling (die Dialektik des Möglichen).

Peirce, Sheffer, Nicod u.a haben seine Eigenschaften untersucht. Doch hat die mathematische Logik, indem sie ihn zu den logischen Konstanten  zählte, seine impliziten Sinngehalte nicht präzisiert. Anton Dumitriu wies in seinem Werk Istoria logicii (Die Geschichte der Logik, Bukarest, 1969) darauf hin, daß bezüglich dieser Synkategoremata die Scholastiker eine größere Genauigkeit erreichten als zeitgenössische Logiker. Die Scholastiker „klassifizierten sorgfältig die verschiedenen Sinngehalte jeder einzelnen Partikel und Synkategoremas an” (a.a O. S.393).

Nicod ist das einzige bedeutendere Resultat der mathematischen Logik zu verdanken. Indem er die Funktion Peirces („weder-noch”) verwendete, bewies er, daß alle Axiome des Russelschen Systems auf eine einzige reduziert werden können, wenn man auf die Idee der Inkompatibilität (Sheffer) zurückgreift.

In einer ausführlichen Studie zu diesem Problem (Die Funktorenmethode und die nichtmarxistischen Sozialphilosophien unseres Jahrhunderts) habe ich versucht, diese symptomatische Tatsache d.h die Einheit der Logik aufgrund eines einzigen Funktors zu verwiklichen, zu interpretieren und vor allem den tiefern Sinn seines Auftretens in der Philosophie unserer Zeit zu erfassen.Im Gegensatz zu William und Marthe Kneales Development of Logic Ansicht über das Fehlen jedwelchen philosophischen Wertes bei den von Peirce in die Logik der Relationen eingeführten Unterscheidungen, ist das Werk des amerikanischen Philosophen ein ausgezeichnetes Beispiel für die Einhait zwischen der Logik des „weder-noch” und einer Philosophie des Zufalls (Tychismus), welche auf den drei Prinzipien des Primären, Sekundären und Tertiären fußt, d.h. auf, „Sinnerkenntnissen”, die reine Erfahrung, „diesseits des Ausdrückbaren”, die Reaktion des Geistes auf diese reine Erfahrung und die reine Vermittlung oder die „Reaktion al Reaktion”. Es handelt sich bei diesen drei Prinzipien um das „absolute Singulare”, einheitlich und unbestimmt, um das „wahrhaft Universale” das bestimmt werden könnte und um die „absolute Natur” die weder in den Dingen noch im Geist ist.

Zwischen den Vorsokratikern und Duns Scott stehend, hat der amerikanische Philosoph die Metaphysik einer konditionalen Zukunft eröffnet, einem „faillibilisme” inexakter und partieller Entdeckungen, wo, falls der Zufall das Ursprüngliche ist, der Schluß nur die Vermittlung „weder primär noch sekundär” sein kann.

Die Stellung Peirce ist bezeichnend für die Revelation pluraler Folgen für Philosophien, die vom Funktor „weder-noch” ausgehen. Selbst wenn in der Geschichte der Philosophie mit Leichtigkeit Strategien in „oder” und „und” identifiziert werden, herrschen heute Strategien „weder-noch” vor. Wir wollen hier nicht näher auf eine Ansicht N.Reschers (Topics in Philosophical Logic, 1968) eingehen und eine Logik der Philosophie begründen oder die symbolische Logik zur Unterscheidung einer speziellen Philosophie anwenden, sondern-im Sinne einer stilistischen Symptomatologie-die wichtigsten Verbindungen herausarbeiten, welche die Philosophien strukturieren, die eine Disjunktion (der Dualismus) und eine Konjunktion (der dialektischen Monismen) zu vermeiden trachten.

Mit diesem Problem haben sich zwei Philosophen auseinandergersetzt: der Neuhegelianer Alexandre Kojève (Essai d’une histoire raisonnée de la philosophie païene, 1968) und Stefan Lupascu (Principe de l’antagonisme et la logique de l’energie, Hermann 1951). Der erste betrachtete das Problem der Parathese als einen „sinnlosen Pseudo-Diskurs”, da er alle seine ürsprünglichen Behaupungen widerruft. Die Parathese entspricht dem Schweigen (a.a.O.S.63), da dieser Pseudo-Diskurs gleichzeitig über zwei Sinngehalte verfügt, wovon einer die totale Negation des anderen darstellt. „Die Parathese beabsichtigt These und Antithese zugleich durch ein „sowohl-als auch” zu bestätigen und sie zu synthetisieren, indem sie ihr ‚entweder-oder’ausschließt, vereint aber beide in Wirklichkeit gleichzeitig, indem sie beide durch ein ‚weder-noch’ annulliert’, schrieb Kojève (a.a.O. S.66).

Eine Tatsache muß trotzdem herorgehoben werden: Kojève hat dabei drei Dinge nicht verstanden:

(1) daß die Struktur, weder-noch’ nicht mit der Negation der logischen Konjunktion identifiziert  werden kann und darf;

(2) daß es nicht eine Negation der Negation ist und (3) daß die Logik, weder-noch’ ander e metaphysische Implikationen hat als die des wissenschaftlichen Systems Hegels.

Stefan Lupaşcu seinerseits vertritt die An sicht, daß die Logik und die Philosophie den Gegensatz nicht aufheben und auch sein Wesen nicht in einer positiven Synthese (Hegel) mildern, sondern ganz im Gegenteil der Rationalität und der Irrationalität in einem widersprüchlichen antagonistischen Dualismus weichen sollen. Der Gegensatz, meint Lupaşcu, muß organisiert  werden durch die Integration der Dualität von Aktualisierung und Potentialisierung; eine Dualität die eine Energie, eine Kraft, einen umgekehrten Dynamismus des Übergehens von einem ins andere voraussetzt (Was eine Struktur ist, 1967, S.50-58). Der Gegensatz soll nicht aufgehoben werden, sondern zu einer Metaebene des Quantums initialer Antagonismen führen und den antagonistischen Dynamismus steigern. Das einzigwahrhaft allgemeingültige Prinzip ist nach Lupaşcu „ das Prinzip der gegensätzlichen Komplementarität”, da die zwei grund-legenden Tendenzen der Welt die idetifizierende Homogenität (die Tendenz zur Einheit, die dem Rationalen entspricht) und die diversifizierende Heterogenität (die dem Irrationalen entspricht) sind. Lupaşcu hat die dynamische Logik der Gegensätzlichkeit als eine Axiomatik weiterentwickelt, die auf der Aktualisierung, Potentialisierung und auf einem weder aktuellen noch potentialen Zustand gründet (T-Zustand).

Von Bedeutung ist in Lupaşcus Logik gerade dieser Zustand T, in dem es sinvoll ist, von einem relativen Non-Gegensatz innerhalb eines unlösbaren Gegensatzes zu sprechen .In Lupaşcus Logik sind das Wahre und das Falsche Funktionen des Zustands T und das Wahre und das Falsche Funktionen des Zustands T und das Endliche wird fortwährend von einem Überendlichen überholt, ohne daß jemals das Unendliche erricht werden kann. Lupaşcu unterscheidet folglich drei Arten der Logik: eine Logik der Identität (extensiv), eine Logik der Steigerung (Mannigfaltigkeit) und eine Logik der Zweideutigkeit. Diesen entsprechen drei Arten der Dialektik, die imstande sind, fortwährend in komplexe gegensätzliche Implikationen von Implikationen von Implikationen überzugehen.

Lupaşcu hat die Folgen einer ins Unendliche führenden falschen Aussage für das Denken vorausgesehen, die den Untergang der Logik und des Seinsprinzips herbeiführen kann (Gegensatz und der neue Intellekt, 1972). Indem er in seine Logik das Problem der Zeit hereinnahm, konnte Lupaşcu eine epistemologische Abweichung nicht umgehen: Die Zeit kann weder endlich noch unendlich sein sondern nur transfinit.

Eine Frage taucht immer wieder auf: Warum ist dieses „weder-noch” in der Logik unserer Zeit so oft anzutreffen?

Vielleicht kann die Philosphie ihre „Probleme” nur tetralemisch verbinden, d.h durch „oder” und „weder-noch”. Das Tetralema die vierteilige Annahme-ist eine Philosophie; es ist in gewissem Sinne absolut. Anders gesagt, es muß als identifizierbar angesehen werden und untersteht einer philosophischen Symptomatologie; es ist nicht paradigmatisch unde setzt nicht einen notwendigen Entwicklungszyklus von ‚und von da zu’‚weder-noch’ voraus.

Diese gesetzmäßige Wirklichkeit der Geschichte der Philosophie eröffnet uns auf die implizite Ontologie der Funktion hin eine bessere theoretische Grundlage.Über das ontologische Ansehen der logischen Funktoren ‚oder’ und ‚weder-noch’ kann festgestellt werden, daß die qualitative Unterscheidung, die Individuation, die Disjunktion (‚oder’) angesichts der ordnenden Vernunft des Menschen das Primat innehat. Wenn die menschliche Vernunft ihr gegenüber nicht eine umfassendere Ordnung (Logos) hätte, vorausgehend und außerhalb ihr, die des Seins der Konnexionen zwischen unterschiedlichen Dingen und Phänomenen, wäre sie selbst nicht möglich.

Vom ontisch-ontologischen Standpunkt ist die Konjunktion (‚und’) genau so ursächlich wie die Disjunktion, obwohl sie gnoseologisch in der Reihenfolge ihres Erkennens durch die menschliche Venunft sekundär ist. Die Ordnung der ontisch-ontologischen Konjunktion ist jedoch der Ordnung der ontisch-ontologischen Disjunktion überlegen, eine Tatsache, die vom spontan dialektischen Auftreten der Gesetzmäßigkeiten in der Wissenschaft und der dialektischen Methode in der Philosophie bestätigt wird.

Die ontisch.ontologische Situation des ‚weder-noch’ ist aber eine ganz andere. Im eigentlich ontischen Sinn ist ‚weder-noch’ nur im hesiodischen Begriff des ‚Falschen’ der Hypothese des Chaos als Ursprung der Welt seiend (falsch, weil solche Hypothesen zu einem Hiatus führen zwischen Chaos und Kosmos, da im Prinzip eine genetische Kohärenz unmöglich ist). Die ontologische Dignität dieses logischen Funktors ist im wesentlichen sekundär. Sie gehört nur der Sphäre der verstandesmäßigen Gesetzmäßigkeiten an, den Ansprüchen und Möglichkeiten von ‚Spiel’ und ‚Freiheit’ der Vernunft und der Imagination. Denn ‚weder-noch’ hat etwas von einer kongenitalen ‚Unzufriedenheit’ des Denkens angesichts der bedrückenden Realität der Disjunktion und Konjunktion an sich. ‚Weder-noch’ ist etwas Seiendes nur in Verbindung mit der Disjunktion und der Konjunktion, als ein Anspruch auf eine neue Ordnung.

,‚Weder-noch’’ gehört nur dem Bewußtsein an, einem bestimmten Bewußtsein. Es kann den Geist einer Epoche widerspiegeln in einer dominierenden Philosophie.

‚,Weder-noch’’ erfordet eine neue Ordnung, eine neue Werteskala. Es ist keine Negation und hat nicht deren Eigenschaften. Es verlangt ein ‚jenseits’ (oder ein ‚diessets’) ein ‚meta’ jeder Unterscheidung, ein indefinites Nichtabgeschlossensein (die falsche Unendlichkeit). ‚Weder-noch’ kann als Verschung des menschlichen Bewußtseins zur Erschöpfung seiner Möglichkeit auftreten. Doch das Denken erschöpft sich nicht in der Verwendung der Mittel, Verfahrensweisen und ihrer Beziehungen. Im Gegenteil, es verfeinert sich, indem es geschichtlich die Möglichkeiten der Ordnung und des Wortes sucht und nicht das falsche Unendliche (regressiv oder progressiv) oder das Schweigen.

In der Geschichte der Philosophie immanenten Logik verleiht eine Stellungsnahme- wie zum Beispiel die Option für ‚wewdr-noch’ in der Phänomenologie-überzeugende Interpretationsmöglichkeiten der angewandten Methode und der Entwicklung der Philosophie auf ontologischer, epistemologischer, axiologischer Ebene usw. Mit anderen Worten, das funktorale Kriterium wird neben dem des fundamentalen Problems zu einem ergänzenden  Beurteilungskriterium, da es das kognitive Vordringen vom Stil zum Sinn einer Philosophie gestattet. Die Frage ist, ob‚ weder-noch’ die Widerspiegelung einer ‚Welt’ bedeuten kann, oder, eher, die Widerspiegelung eines menschlichen Verhaltens, das von einer geschichtlichen Umwelt hervorgebracht wird. Die eine Bedeutung läßt ‚weder-noch’ als Zeichen für ein brüchiges gesellschaftliches Verhalten erscheinen, für ein brüchiges gesellschaftliches Verhalten erscheinen, für ein Verhalten, das von Zerrissenheit und Tragik beherrscht wird; es ist das Zeichen für die Drift des menschlichen Handelns und Denkens.

,‚Weder-noch’’ ist eine logische Verbindung, die sich nicht selbst erhalten kann. Es weist auf eine Wieder-Behauptung hin, auf eine Rückkehr zur Unterscheidung, auf sein eigenes Transzendieren zum Positiven und nicht zur neutralen Suspension. Es kann behauptet werden, daß eine Struktur, eine Gesetzmäßigkeit des ‚weder-noch’-so wie es die Geschichte belegt-die Unmöglichkeit darstellt beim, Positiv der Suspension (epoche)’, beim potenziert geöffneten Ausblick der‚ Befragung der Befragung’ zu verbleiben. Diese Unmöglichkeit weist ausdrücklich auf die Sackgasse hin in die jene philosophischen Strömungen geraten sind, die auf den Funktor ‚weder-noch’ gründen; diese Unmöglichkeit stellt deren logische und historische Zweideutigkeit bloß.

An der Phänomenologie ist ersichtlich, daß ein kennzeichnendes Merkmal der auf den Funktor ‚weder-noch’ basierenden Denkweise die Umkehrung (Inversion) ist, d.h die Übertragung des ‚weder-noch’ aus der Gnoseologie in die Ontologie, also vom Denken zum Sein. Das erklärt den eigenen Stil der phänomenologischen Philosophie, wobei ‚und’, ‚oder’ usw. ausschließlich zu Elementen des Denkens werden-und die somit als unwiklich, künstlich bewertet werden-während ‚weder-noch’ existentiell ist, d.h ursprünglich, originär und originell.

Die Ersetzung der kognitiven Beziehung zwischen Subjeckt und Objekt durch eine Relation des Seienden ( Intentionalität, das Bewußtsein bedeutet sich einer Relation bewußt sein) stellt ein Charakteristikum der phänomenologischen Philosophien dar. Andere Merkmale, welche die Eigenart dieser aufgrund des Funktors ‚weder-noch’ strukturierten Philosophie umschreiben, sind folgende:

(a) die Intentionalität und die phänomenologische Reduktion beinhalten grundlegend die funktorale Struktur ‚weder-noch’;

(b) der phänomenologische ‚Ninismus’ (ein philosophischer Neutralismus der Absicht, und kein tatsächlicher) stellt die ‚letzte’ philosophische Möglichkeit dar, weil er sich als Aufhebung der Disjunktion (der Summe der festgelegten Werte) geltend gemacht hat; An dieser Stelle muß hervorgehoben werden, daß die philosophische Ebene;

(c) ‚weder-noch’ fügt keine andere Entität den Grundentitäten der Philosophie bei sprünglichkeit einer ,Beziehung’ zur Geltug zu bringen (weder das eine, noch das andere); (d) ‚die Relation des Seienden-z.B.das Daseiende in der Phänomenologie-; ‚weder-noch’ hat als Folge, daß die Relaten weder lebensträchtig, noch gültig durch sich selbst sind (es hebt das Problem der wirklichen Unabhängigkeit auf);

(e) diese Struktur begünstigt eine Philosophie der Ambiguität auf ontologischer, gnoseologischer, ethischer und ästhetischer Ebene;

(f) die Zweideutigkeit ist des öfteren im Unterschied zum tatsächlichen Gegensatz, entweder Kontingenz und (Albert Camus);

(g) die Phänomenologie ist von einer naiven ‚Freiheit’, dr Philosophie unseres Jahrunderts.

Materilisieren wir nun diese Charakteristika in der Substanz der phänomenologischen Philosophien. Edmund Husserl gründet seine Auffassung auf den ‚revolutionären’ Gedankengang der Intentionalität; das Bewußtsein ist das Wissen um etwas. Dies ist eigentlich das ‚neutrale’ Gebiet, der Fluß des Daseienden, das weder physische Wirklichkeit ist, noch psychische, noch gestige Substanz, während das Etwas des Bewußtseins vom Bewußtsein selbst weder erarbeitet wird, noch die Rolle des Empfängers in einem Bewußtsein spielt, noch in sich selbst bestehen kann. Gleichzeitig ist für Husserl die berühmte ‚in-Klammern-Stellung’ die phänomenologische Reduktion beinhalten grundlegend die funktorale Struktur ‚weder-noch’; (b) der phänomenologische ‚Ninismus’ (ein philosophischer Neutralismus der Absicht, und kein tatsächlicher) stellt die ‚letzte’ philosophische Möglichkeit dar, weil er sich als Aufhebung der Disjunktion (der Summe der festgelegten Werte) geltend gemacht hat; An dieser Stelle muß hervorgehoben werden, daß die philosophische Ebene; (c)‚weder-noch’ fügt keine andere Entität den Grundentitäten der Philosophie bei (z.B Materie-Bewußtsein), sondern versucht die ontologische Ursprünglichkeit einer ‚Beziehung’ zur Geltung zu bringen (weder das eine noch das andere); (d) ‚die Relation des Seienden-z.B das Daseiende in der Phänomenologie-; ‚weder-noch’ hat als Folge, daß die Relaten weder lebensträchtig, noch gültig durch sich selbst sind (es hebt das Problem der wiklichen Unabhängigkeit auf); (e) diese Struktur begünstigt eine Philosophie der Ambiguität auf ontologischer, gnoseologischer, ethischer und ästhetischer Ebene; (f) die Zweideutigkeit ist des öfteren im Unterschied zum tatsächlichen Gegensatz, entweder Kontingenz und Chaos, oder Absurdum, Ausschluß der Begriffe als einziges Bindeglied (Albert Camus); (g) die Phänomenologie ist von einer naiven Romantik behaftet, von einem Glauben an eine voraussetzunglose ‚Freiheit’, der Philosophie. Dies gehört zur wesentlichen Dogmatik der weltlichen Philosophie unseres Jahrhunderts.

Materialisieren wir nun diese Charakteristika in der Substanz der phänomenologischen Philosophien. Edmund Husserl gründer seine Auffassung auf den ‚revolutionären’ Gedankengang der Intentionalität: das Bewußtsein ist das Wissen um etwas. Dies ist eigentlich das ‚neutrale’ Gebiet, der Fluß des Daseienden, das weder physische Wirklichkeit ist, noch psychische, noch geistige Substanz, während das Etwas des Bewußtseins vom Bewußtsein selbst weder erarbeitet wird, noch die Rolle des Empfängers in einem Bewußtsein spielt, noch in sich selbst bestehen kann. Gleichzeitig ist für Husserl die berühme‚ in-Klammern-Stellung’ die phänomenologische Reduktion, weder Negation, noch Zweifel, sondern ‚Neutralisierung’ der Welt. Die radikale Konversion, von der Husserl sprach, und die, als Intentionalität, das Übergreifen des Bewußtseins auf das Lebewesen in seiner Totalität zur Folge, hat, wollte sich weder als Idealismus, noch als Materialismus verstanden wissen. Husserls gesamtes Schaffen, das auf den Grundgedanken der Intionalität basiert, stellt die philosophische Versuchung dar, die Disjunktion, die organische Binarität des Philosophischen zu überwinden.

Als Versuch, die Entscheidung für die Werte der philosophischen Tradition zu umgehen, hat sich die Phänomenologie auf sehr verschiedene Art und Weise verbreitet. Martin Heidegger, der die transzendentale Dimension der Intentionalität überschritten hat, geht von der gefühlsbetonten Tonalität aus, die das Dasein vor das Nicht-Sein stellt: die Ur-Angst. Sie stellt die Unmöglichkeit dar, irgend eine Determination auf sich zu nehmen. Die Angst bewirkt, daß wir ‚in eine Art von Gleichgültigkeit versinken’, kein Stützpunkt ist mehr da ‚wir schweben in der Suspension’. Das Nicht-Sein ist weder Objekt, noch existent, noch ‚für-sich-seiend’, noch neben dem Vorhanden-Sein. Es ist die Bedingung, welche die Offenbarung des Vorhanden-Seins für die menschliche Wirklichkeit ermöglicht. Heidegger hat versucht sich über die Logik hinwegzusetzen, im besonderen über die logische Negation, und zwar auf eine originärere Weise, die sich ‚jenseits der Logik’ befindet, die aber durch eine ‚gefühlsbetonte Tonalität’ verständlich wird. Dieses ‚sich-über-die-Logik-hinwegsetzen’ gehört mit zur ‚letzten’ Philosophie, die aufgrund des Funktors ‚weder-noch’ strukturierte Philosophie. Am Paradoxon ‚der Aussage des vollkommenen Schweigens’ angelangt, schreibt Heidegger: ‚Die Philosophie entscheidet sich weder für noch gegen … Sie verbleibt in der Gleichgültigkeit’.

Maurice Merleau-Ponty-einer der hervorragendsten Vertreter der französischen phänomenologischen ‚weder-noch’-Philosophie-schrieb äußerst besonnen: ‚Diese Philosophie ist Ausdruck einer aus den Fugen geratenen Welt. Sie ist gewiß ihre eigenste Wahrheit’.

Eine besondere Hervorhebung der Entscheidung ‚weder-noch’ kann durch die Berufung auf die französischen Phänomenologen erlangt werden, die diesbezüglich die Verwendung dieses Funktors fast gänzlich ausgeschöpft haben, und zwar beginnend mit der Ontologie über die Epistemologie bis zur Axiologie, Ethik und Ästhetik. So zum Beispiel wird ein Phänomenologe der Temporalität wie Gaston Berger, sowohl den existentialistischen Atheismus der absoluten Temporalität, als auch die mystische Dogmatik der absoluten ewigen Transzendenz aufheben. Er wird vom ‚Mythos der Zeit’ sprechen, als dem Aufbaugebilde des Menschen. Aus Gaston Bergers Sicht ist die Zeit weder ein Gesetz der Vorstellung, noch eine Kategorie, die sich.

 


[1] Revue Roumaine des Sciences Sociales, Philosophie et Logique, nr. 3-4, 1979, tome 23, Ed. Academiei Române, p. 597- 605

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